Pressemitteilung – Gründung des Aktzeptanz! e.V. Gera

Der Verein will positive Willkommenskultur fördern und unterstützt Flüchtlinge, Asylbewerber und Migranten. Schon in der Gründungsphase ist das Engagement hoch: ein buntes Fest in Eisenberg wurde organisiert und eine Gesprächsrunde mit Ministerin Heike Taubert und jungen Flüchtlingen.  

Akzeptanz! – so lautet kurz und bündig der Name des gerade gegründeten Vereins zur Schaffung einer positiven Willkommenskultur in Gera und Umgebung. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Schaffung einer Erstaufnahmestelle im Geraer Ortsteil Liebschwitz sieht man ganz deutlich, dass noch viel zu tun ist, um unsere Willkommenskultur zu verbessern. Wir wollen nicht nur reden, sondern vor allem viel praktische Hilfe leisten“, so Claudia Poser-Ben Kahla, eines der Vorstandsmitglieder des Vereins.

Neben der Schaffung einer positiven Willkommenskultur in Gera und dem Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung ist die Unterstützung von Flüchtlingen, Migranten und Asylsuchenden eines der Hauptziele des Vereins, der eine Anerkennung der Gemeinnützigkeit anstrebt. Geplant sind ganz praktische Hilfen, von Fahrradwerkstatt und Nachhilfe bis hin zu Unterstützung im Alltag, bei Problemen mit Behörden und der Organisation von Treffen zum gemeinsamen Austausch, Festen und Veranstaltungen.

Neben Claudia Poser-Ben Kahla gehören zum Vorstand Gusti Dietzsch, Katrin Berthold, die junge Sozialarbeiterin Theresa Pohler sowie der aus Ägypten stammende Arzt Abdelrahman Ashour. Zu ihm kam der Kontakt während eines Besuches in der Erstaufnahmestelle Eisenberg zustande und er war sofort bereit, sich im Verein zu engagieren. „Wichtig ist mir, dass die Integration von Flüchtlingen und Migranten verbessert wird“, erklärt Abdel Ashour, der seit ungefähr eineinhalb Jahren in Deutschland lebt.

Von den 17 Gründungsmitgliedern haben drei selbst einen Migrationshintergrund und sprechen arabisch. „Da wir vor allem mit den Menschen ins Gespräch kommen wollen und ihre Sorgen und Nöte erfahren möchten, ist es ein großer Vorteil, drei Mitglieder zu haben, die für uns übersetzen können“, so Gusti Dietzsch. Die fehlenden Sprachkenntnisse sind eines der drängendsten Probleme, erfährt man auch bei dem von Verein organisierten Austausch zwischen zehn jungen Migranten mit Ministerin Heike Taubert am Donnerstagabend. „Dabei ist das Problem, dass die jungen Männer zwar gern schnellstmöglich Deutsch lernen würden, es aber lange Wartezeiten für die Kurse zu geben scheint“, übersetzt Abdel Ashour.

Dass sie sich verloren und ausgegrenzt fühlen, antworten die jungen Migranten auf Heike Tauberts Frage nach ihren Wünschen und ihrer Situation in Gera. Sie würden sich gern integrieren und ihre Berufe wieder aufnehmen oder ihr Studium hier weiterführen, scheitern aber derzeit noch an der Sprachbarriere. „Dort will unser Verein ansetzen und zum Beispiel mit der Vermittlung von Sprachkursen helfen. Wir wollen uns dabei eng vernetzen mit anderen Initiativen und Vereinen“, erklärt Katrin Berthold. Auch beim Flüchtlingsgipfel sei deutlich geworden, dass es immer wieder an guten Sprachkursen fehlt und eine stärkere Vernetzung zwischen bestehenden Vereinen und Initiativen nötig ist, berichten einige Gründungsmitglieder des Vereins von ihren Eindrücken vom Flüchtlingsgipfel, an dem sie am Donnerstag in Erfurt teilnahmen.

„Es sind viele Themen und Probleme, denen wir im Austausch mit den Flüchtlingen und Migranten begegnen und wir wollen versuchen, Hilfe anzubieten, die auch ankommt“, äußert Theresa Pohler ihr Ziel für den Verein. „In Eisenberg haben wir die Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle ganz konkret gefragt, wie wir sie unterstützen können vor dem Hintergrund der geplanten Thügida-Demonstration“, berichtet die Sozialarbeiterin. Die Flüchtlinge hatten sich ein buntes Fest gewünscht und das wurde auch organisiert: mit fast 50 ehrenamtlichen Helfern wurde über das Wochenende ein großes Familienfest auf die Beine gestellt. „Der Dank war überwältigend und so wollen wir auch in Zukunft helfen: mit praktischer Hilfe und nah an den Wünschen und Problemen der Menschen“, fasst Pohler zusammen.

Kontakt:
Akzeptanz! e. V. (i. G.)
Nina Wunderlich
Telefon: 0162 94 78 905

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